Vielleicht habt ihr schon einmal davon gehört, vielleicht seit ihr auch selbst Mitglied im BVD. Unter DJs ist der BVD auch immer wieder sehr umstritten, und dazu kommen wir in diesem Video auch. Aber zuvor will ich euch den BVD kurz vorstellen.

Der BVD ist mit etwas mehr als 1000 Mitgliedern der größte Zusammenschluss von DJs in ganz Europa. Der BVD ist ein Verein mit dem Ziel die Interessen der DJs Gegenüber der Politik und Wirtschaft zu vertreten. Im Grunde eine Art Gewerkschaft für Discjockeys. Viele denken der BVD wäre eine Gewerkschaft oder eine offizielle Stelle in der man als DJ Mitglied sein muss. Das ist aber nicht so! Ob man im BVD Mitglied sein möchte bleibt jedem selbst überlassen.

Um Interessen vertreten zu können benötigt man immer auch Mittel, diese Mittel werden beim BVD durch Fördergelder von Firmen und dem Mitgliedsbeitrag welcher aktuell XX Euro beträgt beschafft. 

Der BVD ist also Abhängig von seinen Mitgliedern und versucht deshalb auch durch zusätzliche Vorteile die Mitgliedschaft attraktiv zu gestalten.

Einige Vorteile sind zum Beispiel:

  • Rabatte bei Firmen (wie RCF, Neumark, Denon DJ)
  • Weiterbildung (dazu kommen wir später)
  • DJ Magazin
  • Rabatte bei der GEMA
  • Spezielle DJ Technik und Betriebshaftpflichtversicherung
  • Gegen Zuzahlung Bemusterungspool

Es gibt natürlich noch mehr Vorteile ich habe hier aber mal die wesentlichen zusammengefasst. 

Anfangs habe ich erwähnt, das der BVD auch immer wieder in der Kritik steht. Ich habe mich in der Szene mal umgehört und die Punkte zusammengefasst, die man dem BVD anlastet.

Der erste Vorwurf lautet, dass es seit Jahren kaum bis keine Fortbildungen gibt. Und das kann auch ich nur bestätigen. Schaut man auf die Website des BVDs fragt man sich sicher wofür es die Kategorie Seminare überhaupt gibt.

Das ist sehr schade, da es ja genug potentielle Kursleiter geben würde, die zum Teil sogar Mitglied beim BVD sind. 

Der zweite Vorwurf ist die mangelnde Kommunikation und das viele Dinge einfach nicht richtig funktionieren.

Auch hier kann ich zustimmen, denn ich bin praktisch selbst Opfer einer solchen Situation. Schon vor Monaten habe ich mich gemeldet, dass ich meine Zugangsdaten für die Website verlegt habe. Bis heute bekam ich eine Mail in CC an die Technik in der gefragt wurde ob man sich darum kümmere. Danach – nichts. 

Ihr müsst verstehen, dass ich deshalb auch keine weiteren Informationen geben kann wie es im Mitgliedsbereich aussieht.

Der dritte Vorwurf lautet: Der Vorstand macht sich die Taschen voll und nutzt den Verein nur dazu sich selbst zu pushen.

Jeder der darüber mal Ernsthaft nachdenkt weiß sofort, dass dies schnell gesagt ist. Ehrlich gesagt machen mich solche Aussagen auch ein wenig wütend, denn ich weiß dass die meisten überhaupt keinen Einblick in den Backround haben und das einfach nur aus ihrer eigenen Unzufriedenheit sagen und vor allem auch in den sozialen Medien posten.

Sicher wird es Situationen geben, in denen man dazu verleitet ist mögliche Vorteile durch die Arbeit beim BVD wahrzunehmen. Aber ich frage euch, was daran ist denn so verwerflich?

Wir reden hier über einen Verein, ein Ehrenamt. Niemand erhält hier ein Gehalt für die Arbeit die er leistet, und der BVD wäre nicht da wo er heute ist, wenn niemand etwas dafür tun würde.

Ein weiterer Vorwurf geht gegen ein Ziel des BVDs, auf der Internetseite schreibt man, man wolle den Wettbewerb überwachen und Missstände wie Lohn und Preisdumping bekämpfen. Auch hier konnte ich nichts finden bei dem der BDV gegen solche Dinge vorging.

Meiner Meinung nach ist das größte Problem des BVDs die Vereinsstruktur. Diese Struktur ist einfach nicht mehr Zeitgemäß und auch der Grund für die Missstände beim BVD. Ein Verein erlaubt kein wirtschaftliches Handeln. Ein Verein ist immer abhängig von der unentgeltlichen also ehrenamtlichen Tätigkeit seiner Mitglieder. Das Ehrenamt ist in allen Bereichen, egal ob Fußball, Turnverein oder die Freiwillige Feuerwehr sehr stark rückläufig. Keiner will mehr seine Zeit für die Allgemeinheit opfern ohne daraus einen Vorteil zu ziehen. Aber genau das braucht ein Verein: verlässliche Mitglieder die den Verein durch ihre Tätigkeit unterstützen.

Kommen wir mal zu den Dingen die der BVD tatsächlich für die DJ Welt erreicht hat. Dazu zählt das verhindern eines Gesetzes zur Schallpegel-Obergrenze von 90dB in Clubs und Discotheken im Jahr 2004. Durch die Einführung einerFortbildung für DJs konnte dieses Gesetz gestoppt werden. Um so trauriger, dass es dieses Seminar nicht mehr gibt….

Auch hat der BVD bei der Gestaltung des GEMA Tarifen VR-ö mitgewirkt und so wahrscheinlich deutlich höhere Kosten für uns DJs abgewendet.

Auch bei der Vergabe von Funkfrequenzen versucht man beim BVD die Interessen der DJs zu vertreten.

Warum ich Mitglied bin?

Ihr fragt euch nun sicher warum ich trotz der Kritik Mitglied bin? Dafür habe ich viele Gründe. Zum einen finde ich es einfach gut, dass es eine Interessenvertretung gibt, und möchte diese natürlich auch unterstützen. Zum anderen bietet der BVD aber tatsächlich auch mehrwerte an die die meisten DJs gar nicht denken.

Es ist dieses kleine runde Zeichen, des BVDs das man Mitglied ist und auf seine Website setzen darf. Es suggeriert dem Kunden, dass man als DJ seine Sache ernst nimmt. Auch im Verkaufsgespräch ziehe ich das ASS BVD immer wieder aus dem Ärmel und sage meinen Kunden aktiv, das ich Mitglied im BVD bin und erkläre Ihnen auch warum es für Sie von Vorteil ist einen DJ zu buchen der im BVD ist.

Das war aber nicht alles, denn der BVD bietet mit dem VDMV eine wirklich tolle Versicherung für DJs und Ihre Technik an. Und dank der Partnerschaft mit Sixt und Europcar hat man auch hier tolle Vergünstigungen und Vorteile, die ich schon öfter genutzt habe.

Ob sich die Mitgliedschaft auszahlt, muss jeder für sich selbst entscheiden, ich glaube aber auch das dies der falsche Denkansatz ist. Gemeinsam sind wir stark, das sollte man sich beim eintritt in den BVD denken, und wenn einem etwas nicht passt, bietet die Vereinsstruktur auch Vorteile nämlich die Möglichkeit selbst in die Position zu kommen um die Dinge anders zu machen.